Der inzwischen sechste Meyerhoff-Roman.
Ich hab grade den neuen Meyerhoff gelesen. „Man kann auch in die Höhe fallen“ ist vor allem eine Mutter-Sohn-Geschichte, Meyerhoff, dem hektischen Berlin entflohen, einem Burnout nahe, zieht zur Mutter an die Ostsee, um sich aufpäppeln zu lassen. Man erfährt darin viel, was hilft, sein Leben zu meistern.
Einmal, in einer Nacht mit einem Riesenmond, berichtet die Mutter ihrem Sohn vom eigenen Leben. Sie sagt, sie habe zwei Versionen ihres Lebens im Kopf, in der einen muss sie nur alles erdulden, in der anderen gestaltet sie, was passiert, selbst mit. Sucht sich die Nischen, in denen sie sie selbst sein kann. Ihr sind zwei Männer gestorben, auch ein Kind, Meyerhoffs Bruder, ist ja gestorben, sie sagt in der ersten Version: „… und jetzt bin ich ganz allein“, die zweite Variante handelt dann aber vom Glück, noch im Alter sehr lebendig zu sein. „Das sind meine beiden Geschichten, mein lieber Sohn, und ich habe lange gebraucht, bis sie zusammengefunden haben und zu einer Geschichte geworden sind.“
Gegen Ende des Romans schluchzt man sich fast durchs letzte Kapitel.